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22.03.2010

Plasma statt Bohrer beim Zahnarzt

 

Der Bohrer beim Zahnarzt ist wohl in etwa so beliebt wie Kopfschmerzen. Eine sanftere Alternative beim Kampf gegen Karies könnte der Einsatz von Plasma sein. Bis die Technik in der Praxis eingesetzt werden kann, dauert es allerdings noch ein paar Jahre.

Ist ein Zahn von Karies befallen, bleibt dem Zahnarzt meist nur das Bohren. Dabei werden die verfaulten Stellen entfernt und anschließend aufgefüllt. Eine Alternative zu dem mitunter schmerzhaften Bohren könnte künftig der Einsatz von Plasma werden. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Oberflächenmodifizierung in Leipzig und der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg haben in Versuchen die Wirksamkeit eines sogenannten "Plasma-Jets" geprüft. Über die Ergebnisse berichten sie in der Februar-Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Medical Microbiology".

In dem Gerät wird Helium durch eine enge Düse geleitet und mit Mikrowellen angeregt, so dass es den nach fest, flüssig und gasförmig vierten Aggregatzustand, das Plasma, erreicht. Mit dem feinen Strahl kann die Oberfläche eines Zahnes gründlich und desinfizierend von schädlichen Bakterien gereinigt werden, ohne die Oberfläche zu beschädigen.

Sanftere Behandlung

Dennoch werde die Zahnoberfläche durchlässig, etwa für Medikamente, erklärte der Leiter der Forschungsgruppe, der Zahnmediziner Stefan Rupf aus dem saarländischen Homburg. Damit könnte die Behandlung unter anderem von Karies erheblich verbessert werden. Mit der neuen Technik ließe sie sich wesentlich schonender und effektiver behandeln. Bis das Verfahren zum Einsatz kommt, wird es allerdings noch einige Jahre dauern, sagt Rupf. An Patienten ist der "Plasma-Jet" bis jetzt noch nicht getestet worden.

Plasma kommt derzeit etwa beim Schneiden von Stahl zum Einsatz, aber auch in anderen Bereichen der Medizin. Mittlerweile können auch "kalte" Plasmastrahlen erzeugt werden. Das Gerät für die Zahnmedizin erreiche Temperaturen von 30 bis 40 Grad Celsius. "Damit ist die Temperatur körperkompatibel", sagt Rupf. Das sei wichtig, weil jede Beschädigung etwa von Nerven durch zu große Hitze unbedingt vermieden werden müsse.

Quelle:

stern.de


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